Herbsttagung 2025 in Vreden
GhL / Th. RidderHerbsttagung 2025 in Vreden
29. September 2025
Vreden, kult
ab 9.45 Uhr: Eintreffen, Kaffee
10.20 Uhr: Begrüßung
10.30 Uhr
Dr. Volker Jakob (Havixbeck)
Krieg! Westfälische Kindheit und Jugend in schweren Zeiten 1900 – 1950
11.30 Uhr
Prof. Dr. Markus Köster (LWL, Münster)
Vom Trümmerkind zum Teenager – Jugendleben in Westfalen 1949 – 1960
anschl. Mittagspause (Kuchenbuffet, mit Getränken)
Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen
14.00 Uhr
Dr. Bruno Fritsch
Vor 20 Jahren – ein Rückblick auf das erste Jahr der GhL
14.15 Uhr
Prof. em. Dr. Ludger Kremer und Dr. Timothy Sodmann
Erinnerungen
ca. 16.00 Uhr: Ende der Tagung
Eine eher seltene Konstellation für eine Tagung: Ein ehemaliger Leiter des LWL-Medienzentrums (Dr. Volker Jakob) und sein früherer Mitarbeiter und heutiger Leiter des Medienzentrums (Prof. Dr. Markus Köster) erörtern die Geschichte von „Kindheit und Jugend im 20. Jahrhundert“. So geschehen am 27. September 2025 auf unserer Herbsttagung im kult.
Volker Jakob sprach über „Krieg! Westfälische Kindheit und Jugend in schweren Zeiten 1900 – 1950“. Er begann mit einem Rückblick auf die erste Hälfte des Jahrhunderts, die von mehreren Umbrüchen und auch geradezu brutalen Eingriffen in Kindheit und Jugendzeit gekennzeichnet war. Vieles, was im Münsterland geschah, war allgemeine Erfahrung, bis hin zu den Eindrücken der letzten Kriegswochen, der Heimkehr von Brüdern und Vätern aus dem Krieg, der Unterbrechung der Schulzeit, der Anwesenheit von Besatzungstruppen im Alltag der Städte und Dörfer. Nichts war mehr so, was Kinder und Jugendliche bis dahin erlebt hatten.
Hier lag die Nahtstelle zum Vortrag von Markus Köster: Wenn man die Jahre von 1945 bis etwa 1950 als Situation des „Anfangs“, als Ausgangspunkt einer neuen Welterfahrung nimmt, wird die Veränderung zuächst gar nicht so bewusst. Aber Stück für Stück entpuppt sich die neue Zeit als unerwartete Chance, die sich in einer neuen, weltoffenen Jugend-Kultur am schnellsten entwickelte. Sie bedeutete damit auch eine stärkere Abgrenzung von den Erfahrungen und Maßstäben der Elterngeneration.

Prof. Köster bei seinem mit zahlreichen Fotos unterstützten Vortrag „Vom Trümmerkind zum Teenager – Jugendleben in Westfalen 1949 – 1960“.
(Foto: GhL)
Es waren zwei spannende Vorträge, die ein nicht ganz so zahlreiches Publikum, wie ursprünglich von uns erhofft, erleben durfte. Ein paar sehr positive Rückmeldungen zeigten aber, dass die Referenten bei ihren Zuhörern „angekommen“ waren.
Zur Feier des Tages – vor 20 Jahren, nämlich 2005, wurde die GhL von überraschend vielen Interessenten gegründet – gab es „koffie met gebak“ als mittägliche Stärkung.
Dann beschrieb der aktuelle Vorsitzende Dr. Bruno Fritsch die Ereignisse des Gründungsjahres Ende 2004 bis Ende 2005, aus den Akten der Gesellschaft, bevor Prof. em. Dr. Ludger Kremer als Gründungsvorsitzender und aktueller Ehrenvorsitzender „auspackte“, was nicht in den Akten stand. (Der als „Korreferent“ ebenfalls vorgesehene damalige Ko-Vorsitzende Dr. Timothy Sodmann konnte leider krankheitshalber nicht mitwirken.)
Auch das erwies sich als spannende Wahrnehmung, weil oder obwohl die Ereignisse von damals dem Vergessen entrissen wurden. BF

Historische Landeskunde 9/2025