Erkundung der münsterländischen Siedlungsgeschichte
Vortrag von Dr. Peter Ilisch in Asbeck
Vortrag von Dr. Peter Ilisch in Asbeck
22. März 2011
Am Abend des 22. März, nach der Mitgliederversammlung, hielt Dr. Peter Ilisch (Münster) im Dormitorium des Stifts Asbeck einen anspruchsvollen, aber anschaulichen Vortrag über „Ansätze zur Erkundung der münsterländischen Siedlungsgeschichte“.
Die Siedlungsgeschichte ist nach seiner Ansicht ein in den letzten Jahrzehnten vernachlässigtes Feld, auf dem sich Archäologie, Sprachwissenschaft, Geographie und Geschichte betätigen können. Ilisch zeigte den Zuhörern recht konkret Ansatzpunkte zur Forschung in diesem Arbeitsfeld auf, die auch Laien wichtige Erkenntnisse bringen, wenn sie methodisch Schritt für Schritt vorgehen.
Ausgangspunkt sei normalerweise das Urkataster, das man interpretieren können müsse. Hinzuzuziehen seien aber auch andere Quellen wie etwa der sogenannte Status animarum, also Einwohnerverzeichnisse sowie Steuer- oder Schatzungslisten. Heute verstehe man das Münsterland als eine Landschaft der Einzelhöfe. Das gelte aber nur für das Kernmünsterland, nicht aber für das westliche. Denn dort sei die ursprüngliche Siedlungsform eher der Weiler, der durch die Eingrenzung der Höfe mit Gärten und Obstwiesen, aber auch durch „wüst“ gefallene, also aufgegebene Hofstellen ähnlich aufgelockert erscheine.
Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Dr. Ilisch viele Fragen der rund 30 interessierten Zuhörer.
Bruno Wolf (+)

Dr. Peter Ilisch referierte vor ca. 30 Zuhörern im Asbecker Dormitorium
über „Ansätze zur Erkundung der münsterländischen Siedlungsgeschichte“.
(Foto: B. Wolf, Ahaus)